Mitteldeutschen Zeitung 12.12.2010 - Chor

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Mitteldeutschen Zeitung 12.12.2010

Chor > Chorhöhepunkte

Reinheit und Klarheit im Satzgesang
VON GUDRUN RIEDEL, 13.12.10, 18:50h,

Seit Jahren sind in der Adventszeit die Auftritte in der Klosterkirche St. Marien zu Helfta fester Bestandteil der Chorarbeit des Konzerthallenchors aus der Händelstadt Halle.Von seinem
breiten Spektrum nationaler und internationaler A-Cappella-Literatur für vierstimmigen Gesang
konnten sich am Sonntag die Gäste der Veranstaltung überzeugen, bei der alte und neue
christlich-besinnliche Lieder zur Weihnacht vorgetragen wurden. Das Ensemble, das sich seit
Jahren der Madrigalliteratur, dem Volksliedgut aber auch chorsymphonischen Ausschnitten aus
Werken von Bach, Händel, Verdi und zeitgenössischen Komponisten widmet, stand unter der
Leitung von Musiklehrer Thomas Vogt.
Die rund 50 in festliches Schwarz gekleideten Sänger betraten den Chorraum der Kirche und
eröffneten mit dem bekannten "Hossiana - gelobet sei der Herr, der da kommt", den in drei
Teilen wunderschön konzipierten Programmablauf. Sowaren die Liedfolgen des ersten Teiles
der biblischen Geschichte der Geburt Jesu Christi gewidmet. Mit dem schönen Weihnachtslied
"Übers Gebirge Maria geht" wurde der schwangeren Maria gedacht, während mit dem von
Martin Luther getexteten und komponierten Lied "VomHimmel hoch, da komm ich her" alle
Welt aufgefordert wird, das liebliche Kind in der Krippe zu schauen.
Im zweiten Teil wurde die junge Familie, Maria und Joseph und das Kind, mit Wiegenliedern
und Liedern der Verehrung über die Geburt des Jesuskindes mit sehr bewegendem und
pastoralem Liedgut verehrt. Dazu passten die vom Komponisten Rolf Lukowski bearbeiteten
klangvollen und traditionell gesungenen Liedfassungen "Vom Himmel hoch, da komm ich her"
und "Kindelein zart."
Die Einbindung der begabten 15-jährigen Schülerin Maria Riedel von der Kooperativen
Gesamtschule Halle-Neustadt in den Programmablauf war dabei ein musikalischer Gewinn. Mit
ihrem glockenklaren, geschulten Sopran und den Interpretationen der christlichen
Weihnachtslieder "Lasst uns lauschen heilige Engel" und dem "Ave Glöcklein" verbreitete sie
eine ungemein anheimelnde andachtsvolle Atmosphäre der Ruhe und Besinnlichkeit.
Im dritten Programmteil waren unter dem Motto "Zünd an die Lichter der Freude" Musikwerke
aus dem nationalen und internationalen Liedschaffen zu hören. Mit bekannten Weihnachtliedern
wie "Tal und Hügel sind verschneit", das für Männer chor mit einem wohlklingenden Satz
bearbeitete Adventslied "Leise rieselt der Schnee" oder dem vertonten Text von J. v. Eichendorff
"Markt und Straßen stehn verlassen" wurde nicht nur auf das kommende Weihnachtsfest
verwiesen, sondern die Menschen auch ermahnt, symbolisch Lichter der Freude in den Herzen
anzuzünden. Mit dem Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" setzte der Chor noch einmal seine
Akzente, die unüberhörbar waren: Reinheit und Klarheit im mehrstimmig geschulten Satzgesang,
präzise Sprachgestaltung und übergreifende, mitreißende Ausstrahlung.
Dass der Chor gemeinsam mit dem Publikum bekannte Weihnachtslieder sang, hat dem gut
konzipierten und moderierten Programm genau so wohl getan wie das hoch begabte Orgel-Talent
Christof Baumgarten, Schüler der fünften Klasse der Halleschen Latina, mit der Interpretation
des Orgelwerkes von J. S. Bach "In dir ist Freude", in das Programm des Nachmittags zu
integrieren. Verdienter Beifall des aufmerksamen Publikums beendete das Konzert, das 2011
seine Fortsetzung in der Klosterkirche finden wird.

 
 
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